Der „Feinschmecker“-Restaurantführer 2017/2018: Verdrehte Welt und Genussdiktat aus Hamburg

Der FeinschmeckerDass der Kommentar zum neuen „Feinschmecker“-Führer in unserer Abteilung „Gourmet Watch“ und nicht unter News erscheint, hat seine Gründe in einigen verwirrenden Signalen, die uns – abermals – aus Hamburg erreichen. Es beginnt schon im Vorwort, das überschrieben ist: „Eigener Stil statt Mainstream“. Ausgerechnet der „Feinschmecker“ mit seiner auffälligen Vorliebe für Mainstream-Küchen will nun seinen einseitig ausgewählten Favoriten also auch noch einen explizit eigenen Stil zuschreiben, obwohl Köchen wie Gästen seit langem klar ist, dass ein Hauptproblem der deutsche Spitzenküche im internationalen Vergleich eben dieser Hang zum Mainstream ist. Man bewundert vielleicht das Handwerk, fragt sich aber immer wieder, warum denn viele Spitzenküchen der Welt klare regionale und traditionelle Bezüge zeigen, kaum aber die in Deutschland.

weiterlesenDer „Feinschmecker“-Restaurantführer 2017/2018: Verdrehte Welt und Genussdiktat aus Hamburg

Kommissar Kopper in Italien

Das Sizilien KochbuchAndreas Hoppe: Das Sizilien-Kochbuch. Südwest-Verlag/Random House, München 2017. 192 S., Hardcover, 24,99 Euro

Information
Kurz vor Ausstrahlung seiner letzten Folge als Tatort-Kommissar mit Ulrike Folkerts/Lena Odenthal veröffentlicht Schauspieler Andreas Hoppe „Das Sizilien-Kochbuch“. Die „Versuchsaufstellung“ ist dabei ein wenig verwirrend. Hoppe folgt sozusagen den Spuren von Mario Kopper, dem man – ohne weiteres glaubhaft – eine halb-italienische Biographie gegeben hat. Hoppe ist auch persönlich sehr an italienischem Essen interessiert und kocht auch selber.

weiterlesenKommissar Kopper in Italien

Interview Esben Holmboe Bang, Restaurant Maaemo in Oslo

Esben Holmboe Bang

Das CHEF-SACHE – Symposium in Düsseldorf (17. und 18. September, www.chef-sache.eu) steht vor der Tür, und der Auftritt des norwegischen Drei-Sterne-Kochs Esben Holmboe Bang wird sicherlich zu den Höhepunkten gehören. Ich habe mit ihm in Oslo ein großes Interview führen können. Es zeigt eine Menge von dem, was einen kreativen Koch ausmacht, und warum Esben … weiterlesenInterview Esben Holmboe Bang, Restaurant Maaemo in Oslo

Neu: Kochbuch des Monats

Antoniewicz VegetarischEs wird bei EAT-DRINK-THINK die Auszeichnung „Kochbuch des Monats“ und einmal im Jahr auch die „Kochbücher des Jahres“ geben, dort dann in verschiedenen Kategorien und aufgeteilt in „national“ und „international“. Ich habe mich dazu entschlossen, die langjährige Arbeit für mein „FAZ – Esspapier“ in dieser Form fortzuführen und meine Kochbuch-Kenntnisse weiter zu nutzen.

Die Beschäftigung mit Kochbüchern führt leider in vielen Medien ein absolutes Schattendasein, obwohl der Markt riesig ist und die Konsumenten noch nie in ihrem Leben so viele Kochbücher zu Hause stehen hatten, wie heute. Bei EAT-DRINK-THINK werde ich versuchen, die Spreu vom Weizen zu trennen und transparent zu machen, für welchen Bedarf welcher Inhalt sinnvoll ist oder in welchen Büchern sich wirklich bemerkenswerte Ideen verbergen.

weiterlesenNeu: Kochbuch des Monats

Kollektion politisch nicht ganz so korrekter Weine (die man trotzdem immer wieder so erstaunlich gerne trinkt).

Folge 2: Zwei gute Erlebnisse mit Lidl-Weinen

Als Beobachter der Szene habe ich natürlich auch immer ein Auge auf das Weinangebot der Discounter. Es wäre sicher leicht, mal wieder z.B. über das Geschäft mit dem „Namedropping“ zu schreiben, also den vielen Grand Crus oder Cru Classés, die diese Bezeichnung noch tragen dürfen, sie aber längst nicht mehr verdienen. Ich möchte heute ganz im Gegenteil über zwei positive Erlebnisse berichten, die allerdings in gewisser Weise ebenfalls typisch für das System sind. Es handelt sich um zwei Weine mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis. Den einen kann man mit etwas Glück noch bekommen, den anderen wohl nicht mehr. Ich beschreibe den „Fall“ trotzdem, weil er sich jederzeit wiederholen kann.

weiterlesenKollektion politisch nicht ganz so korrekter Weine (die man trotzdem immer wieder so erstaunlich gerne trinkt).

„Geranium“, Kopenhagen, Rasmus Kofoed

INFORMATION Rasmus Kofoed vom „Geranium“ in Kopenhagen und Esben Holmboe Bang vom „Maaemo“ in Oslo waren im Jahre 2016 die ersten skandinavischen Köche, die mit drei Michelinsternen ausgezeichnet wurden. Kofoed war aber schon vorher „aufgefallen“, weil er sich tatsächlich dreimal den Mühen des „Bocus d’Or“-Wettbewerbs unterzogen hat und dort Bronze, Silber und schließlich Gold holte. … weiterlesen„Geranium“, Kopenhagen, Rasmus Kofoed

Glosse zum AfD-Plakat „Der Islam passt nicht zur deutschen Küche“

AfD PlakatGlosse: „Ein kurzer und pointierter, oft satirischer oder polemischer, journalistischer Meinungsbeitrag“ (aus Wikipedia)

Das AfD – Plakat mit dem Bild von einem Ferkel (kulinarisch bisweilen: „Milchferkel“, oft „U5“, d.h. unter 5 Kilogramm schwer) und der Textzeile „’Der Islam’ ? Passt nicht zu unserer Küche“, wird vielen Leuten schwer im Magen liegen. Ja, es gibt religiöse Nahrungsgebote und -verbote, und diese Vorschriften stehen oft im Gegensatz zu anderen Regeln anderer gesellschaftlicher Gruppierungen – bis hin zu grenzwertigen Praktiken, die juristische Probleme mit sich bringen können (wie etwa das Schächten und der Tierschutz).

weiterlesenGlosse zum AfD-Plakat „Der Islam passt nicht zur deutschen Küche“

Vier Gerichte von Anne-Sophie Pic: Wohin geht die Reise?

Anne-Sophie Pic gehört zu einer der berühmtesten gastronomischen Familien Frankreichs. Sowohl ihr Großvater Alain als auch ihr Vater Jacques wurden mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet, und im Jahre 2007 gelang dies auch der 1969 geborenen Anne-Sophie. Ihr „Maison Pic“ in Valence ist ein typisch französisches, großes Gourmetrestaurant mit einer immer sehr regen Nachfrage. Mittlerweile hat die … weiterlesenVier Gerichte von Anne-Sophie Pic: Wohin geht die Reise?

Kollektion politisch nicht ganz so korrekter Weine (die man trotzdem immer wieder so erstaunlich gerne trinkt).

Francis Coppola WeinVorbemerkung: Diese neue Reihe beschäftigt sich mit Weinen, die die Türe sozusagen nicht nur einen Spalt öffnen, die nicht verschlossen sind oder nur unter Absingen gregorianischer Choräle gewürdigt werden können. Es sind Weine, die für die Connaisseurs möglicherweise zu dick sind, zu direkt, zu überwältigend, nicht fein genug strukturiert oder zu plakativ. Es sind Weine, die in den Runden von Kennern auch schon mal niedergemacht werden, weil es nicht als ein Ausweis von Kennerschaft gilt, einfach zuzugeben, etwas sei vor allem so süffig und begeisternd, dass man es auch ohne selbstquälerische Analysen trinken kann.

Dass ausgerechnet ich, als Spezialist für differenziertes Schmecken eine solche Serie beginne, hat ganz klare Gründe: Mir ist einfach nichts Menschliches fremd. Irgendwo ermattet von des Tages Arbeit sitzen, und auf einen dieser äußerst gradlinigen Tropfen zu treffen, hat bisweilen etwas sehr, sehr angenehmes.

weiterlesenKollektion politisch nicht ganz so korrekter Weine (die man trotzdem immer wieder so erstaunlich gerne trinkt).

Alfons Schuhbecks „Meine neubayerische Küche“: Fortschritt oder Sackgasse?

Alfons Schuhbeck’s „Meine neubayerische Küche“:Das neue Buch von Alfons Schuhbeck hat wieder einmal etwas mit der bayerischen Küche zu tun, über die er schon eine große Anzahl von Büchern geschrieben hat. Mittlerweile zählt der 68-Jährige zu den erfolgreichsten kulinarischen Multiunternehmern mit einer Vielzahl von Aktivitäten, die er bisweilen unter rigoroser Nutzung seiner TV-Präsenz betreibt. Dabei löst er unter Gourmets wie Kollegen bisweilen Unverständnis aus. So konnte er sich z.B. mit medialer Macht für das breite Publikum erfolgreich als „Gewürzpapst“ inszenieren und damit einen eigenen Geschäftszweig installieren – obwohl mit Spitzenkoch Ingo Holland und seinem „Alten Gewürzamt“ längst überragende Qualitäten angeboten wurden, und er dessen Qualität in keiner Weise erreichte.

weiterlesenAlfons Schuhbecks „Meine neubayerische Küche“: Fortschritt oder Sackgasse?