Die EDT Hall of Fame I: Rezepte

Die EDT Hall of Fame I: Rezepte

Aufruf zur Mitarbeit an der Erstellung einer Liste der wichtigsten Rezepte der deutschen Spitzenküche aller Zeiten

Angeregt durch eine Veröffentlichung in der Jubiläumsausgabe des französischen „YAM“ – Magazins möchte ich die Idee, wichtige Rezepte des kulinarischen Erbes zusammenzutragen, aufgreifen. Es soll hier um den Versuch gehen, die wichtigsten Rezepte aus der noch nicht sehr langen Geschichte der deutschen Spitzenküche zusammenzutragen, um die hervorragende Arbeit vieler Köche wieder stärker ins Bewusstsein zurückzuholen und wichtige Zusammenhänge deutlich zu machen (siehe unten). Zu diesem Zweck scheint es mir unbedingt notwendig, sozusagen die Cloud und/oder die „Schwarmintelligenz“ zu bemühen und das kulinarische Gedächtnis und Wissen möglichst vieler Interessierter zu erreichen und zu aktivieren. Natürlich könnte man mit ein paar Experten eine Liste zusammenstellen, in der ein Menge steht. Aber – ein paar Kenner der Szene werden nicht ausreichen, um diese Aufgabe wirklich so gut wie möglich zu lösen, zumal auch Kenntnisse gefragt sind, die Jahrzehnte zurückgehen. Deshalb nun mein Aufruf und meine Bitte, das Gedächtnis zu aktivieren und Vorschläge zu machen.

Bitte benutzen Sie für Ihre Antwort das unten stehende Kontaktformular und geben Sie nach Möglichkeit eine kurze Begründung für Ihren Vorschlag

Anmerkungen zum Verfahren 1: Ablauf
Es wird davon ausgegangen, dass die Liste immer eine vorläufige Liste ist, die sich im Laufe der Zeit über die diversen Rückmeldungen stabilisiert. Die Antworten mit nachvollziehbar seriösen Vorschlägen werden zusammengestellt und nach einer kurzen Prüfung zur Bewertung durch die Leser von www.eat-drink-think.de ins Netz gestellt. Die Aufrufe zur Abgabe von Vorschlägen und die Abstimmungen werden in gewissen Abständen wiederholt. Die Liste wird also aktualisiert und auf den jeweils neuesten Stand gebracht.

Anmerkungen zum Verfahren 2: Welche Angaben sind nützlich?
Es versteht sich von selber, dass der Name des Rezeptes und der des Kochs das absolute Minimum bei der Nennung sind. Sehr wichtig wäre ebenfalls der ungefähre Zeitraum der Entstehung des Rezeptes und der Name des Restaurants, also etwa: „Hummer mit Weintrauben und Speck“ von Karl Mittelpunkt, erstmals angeboten im Restaurant „Schwan“ in Bochum im Jahre 1972.

Sehr wichtig wäre ebenfalls die Nennung der Gründe für den Vorschlag/die Auswahl dieses Rezeptes. Darüber hinaus sind auch weitere Quellenangaben nützlich, zum Beispiel Angaben darüber, wo man das Rezept nachlesen kann. Auch weitere Angaben, die geeignet sind, das Rezept und seine Bedeutung näher zu charakterisieren, sind willkommen. Das Rücksende-Formular lässt dafür ausreichend Platz.

Anmerkungen zum Verfahren 3: Wie alt oder wie aktuell sollten die Rezepte sein
Grundsätzlich gibt es kein Mindestalter für ein hervorragende Rezepte. Es sollte aber klar sein, dass es sich um ein Rezept handeln muss, dass durch seine Qualität eine überragende Bedeutung erlangt hat und eine entsprechende Rezeption erfahren hat. Insofern geht es nicht in erster Linie um „Lieblingsrezepte“, sondern um Rezepte, die sehr viele Leute überzeugt haben, die einflußreich geworden sind und für die Entwicklung der Kochkunst eine wichtige Rolle gespielt haben. Gründe für die Bedeutung eines Rezeptes kann es viele geben. Insofern ist das Alter eines Rezeptes eine relative Größe. Es ist auch vorstellbar, dass sich Rezepte, die erst wenige Jahre alt sind, als besonders gut und einflußreich herausgestellt haben. Dafür gibt es Beispiele, die ich aber hier selbstverständlich erst einmal nicht nennen möchte, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen.

Anmerkungen zum Verfahren 4: Welcher Eindruck vermieden werden sollte
Es kann bei dieser Hall of Fame nicht darum gehen, seinen Lieblingskoch zu platzieren oder seine eigenen Rezepte zu platzieren oder Freunde zu unterstützen. Wenn man ein offenes, variables System erreichen will, bei dem sich die Qualität der Nennungen in gewisser Weise beweisen muss, ist es wichtig, keine irgendwie gearteten Interessen zu verfolgen. Insofern gewinnen dann auch die oben genannten Begründungen für die Auswahl an Gewicht. Das schließt nicht aus, dass auch vergleichsweise unbekannte Rezepte genannt werden. Auch hier kenne ich Fälle, in denen von Köchen Pionierarbeit geleistet wurde, obwohl ihr Name nie so groß wie viele ihrer Kollegen wurde.

Warum eine solche „Hall of Fame“ wichtig ist
Wie oben bereits erwähnt, geht es nicht nur um Rezepte, die nicht in Vergessenheit geraten sollten und sehr einflußreich geworden sind. Die Leistungen vieler Köche werden in einem System, das auf präzise Dokumentationen kaum Wert legt oder in dem es oft gar nicht zu einer wirkungsvollen Veröffentlichung von Leistungen kommt, oft vergessen und völlig zu Unrecht nicht im rechten Licht gesehen. Ich bin schon häufig von Köchen angesprochen worden, die sich beklagt haben, dass ihre Ideen – sagen wir: sehr munter übernommen werden, ihre Urheberschaft aber nie wirklich gewürdigt wurde. Selbstverständlich muss es um solche Punkte genau so gehen, wie um das Objekt selber. Und es muss auch darum gehen, dass nicht heute erfolgreich Rezepte als neu verkauft werden, die längst erfunden wurden. Wir haben keine GEMA oder Ähnliches in der Kochkunst. Aber soviel Genauigkeit muss sein. Ehre, wem Ehre gebührt.

Ich schlage folgendes Rezept für die Liste der besten Gerichte der deutschen Spitzenküche aller Zeiten vor:

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