Leben mit Wein: Sollte man über die Weinbewertungen noch einmal gründlich nachdenken?

Prolog: Wie meine Restaurantkritik entsteht. Wenn ich aktuell Restaurantkritiken zum Beispiel für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung schreibe, gibt es eine recht große Transparenz. Als einzige Zeitung in Deutschland drucken wir seit mittlerweile rund 20 Jahren die Belege der Besuche ab. Wann ich was gegessen habe, kann man üblicherweise diesem Beleg entnehmen. Aus der Sicht eines … Weiterlesen

Corona Spezial: Das „Überland“ in Braunschweig und Tim Mälzers „Handschrift“

Die folgende Restaurantkritik ist im letzten Jahr nicht in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erschienen, weil sie genau in die erste Corona-Schließung gefallen wäre. Danach habe ich sie vergessen, weil ich aktueller Themen zu schreiben hatte. Ich möchte sie den Lesern aber nicht grundsätzlich vorenthalten, weil sie in gewisser Weise ein sehr charakteristisches Verhalten eines prominenten … Weiterlesen

Warum „BIO“ allein nicht reicht. „Nachhaltigkeit“ muss man erkennen, schmecken und genießen können.

Der Wille quasi aller an Kochkunst, Gastronomie usw. Interessierten ist eigentlich klar. Die „BIO“-Idee, Nachhaltigkeit und ökologisch sinnvolles Handeln finden – bis auf den ein oder anderen Betroffenen – quasi alle gut. Und trotzdem läuft längst nicht alles wie gewünscht, weil in allen möglichen Bereichen Widerstände existieren und vor allem immer noch nur ein eher … Weiterlesen

Madrid Fusion geht ganz auf Nachhaltigkeit und Nova Regio Küche

Die neue Ausgabe des berühmten spanischen Gastronomie-Kongresses „Madrid Fusión“ ist abgewickelt und setzt eindeutige Tendenzen. Obwohl man in Spanien schon seit Jahren eine deutlich stärkere regionale Orientierung pflegt, als das bei uns der Fall ist, geht es nun noch einmal stärker auf Umwelt und Nachhaltigkeit. Der Bericht in dem spanischen Informations- und Presseportal „Foods and … Weiterlesen

Leben mit Wein: Ein genialer Malbec und eine merkwürdige Kommunikation

„Leben mit Wein“ bedeutet nicht nur, dass man sich nicht auf ein Probierschlückchen beschränkt, sondern sich einem Wein in aller Ruhe und gerne auch noch im Zusammenhang mit gutem Essen widmet. Es bedeutet auch, sich nicht mit Beschreibungen zufrieden zu geben, die irgendwann einmal irgendwo erschienen sind, die möglicherweise von Faßproben stammen oder kurz nachdem … Weiterlesen

Bernard Antony/Katherine Khodorkowsky: Käse. Ducasse Edition, Levallois-Perret 2020. 216 S., geb., Hardcover, 45 Euro.

Das Buch ist in französischer Sprache im Internet zu bekommen, in deutscher Übersetzung per Post bei der Fromagerie Antony.

Bernard Antony ist eine solche prägende und wichtige kulinarische Persönlichkeit, dass ich seine Person und sein Buch etwas ausführlicher vorstellen möchte.

Wenn Experten ein kulinarisches Buch schreiben, kann das schon mal eine etwas schwer verständliche Sache sein. Nun aber gibt es ein Käse-Buch von einer lebenden Legende der Zunft, das einfach grandios klar und informativ und nützlich ist.

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Das neue Zentralorgan der Als-Ob-Küche

Kennen Sie „Deutschlands größtes Foodmagazin“? Wenn man mich so etwas gefragt hätte, hätte ich auf irgendeines dieser Blätter getippt, die in einem kleinen Ständer an den Kassen der Supermärkte angeboten werden. Ich sehe sie mir seit langem noch nicht einmal im Schnelldurchgang an, weil sie bei mir regelmäßig Aggressionen auslösen (das ist die gute Reaktion) oder Depressionen (das ist die schlechte Reaktion).

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Yoshihiro Imai: Monk. Light and Shadow on the Philosopher’s Path. Phaidon Press, London und New York 2021. 240 S., Hardcover, ca. 36 Euro (in englischer Sprache)

Hier ein ganz besonderes Fundstück von Buch, das nicht nur ganz neu ist, sondern auch direkt in englischer Sprache vorliegt und Online ohne Schwierigkeiten zu bekommen ist. Es ist das Buch eines japanischen Kochs aus Kyoto (der „Philosopher’s Path“ liegt in Kyoto), und handelt von seinem Restaurant „Monk“. Dieses Restaurant gibt es seit 2015, es ist mit 14 Plätzen so klein wie eine ganze Reihe der weltberühmten Sushi-Bars in Japan und handelt von einer Küche, die man entweder als „Missing Link“ bezeichnen kann oder als sehr, sehr ungewöhnlich.

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Könnte man das Bell-Experiment auch kulinarisch machen?

Am 12. Januar 2007 gab es in der U-Bahn von Washington auf Anregung der Washington Post ein berühmt gewordenes Experiment. Man hatte den berühmten amerikanischen Geiger Joshua David Bell (Jg. 1967) dazu bewegt, in normaler Straßenkleidung mit Baseball-Kappe in einer U-Bahn-Station auf seiner Stradivari Klassik zu spielen. Daraus wurden 43 Minuten, die man per Video … Weiterlesen

Tendenzen nach dem Restart

Wenn ich Marie, unserer Welsh Terrier-Hündin, in einem leicht auffordernden Tonfall sage: „Es geht los!“, kann ich sicher sein, dass sie selbst aus dem Tiefschlaf in einer Sekunde schwanzwedelnd und hin und her springend neben mir steht. Sie ist sofort präsent, fit und zu jeder Aktion bereit. – Wie es nach dem Restart der Gastronomie … Weiterlesen