Mit dem Virus leben. Geregelter Genuss. Schauerliche Aussichten für die Gastronomie

Gestern erhielt ich eine Mail von einem Hotel in Schleswig-Holstein, das demnächst an dem regionalen Modellversuch teilnehmen wird und unter Auflagen öffnen kann. Das Papier fing gut an. Man braucht einen frischen, negativen Corona-Test und wird im Hotel kostenlos alle zwei Tage per Schnelltest überprüft. Falls allerdings etwas schief geht, wird es kompliziert und teuer, … Weiterlesen

Vor-Corona, Bild 10: Tickets, Barcelona

Aus aktuellem Anlass geht es in dieser Folge der Vor-Corona-Geschichten nach Barcelona in das Reich des Albert Adrià, einen Stadtteil, in dem sich insgesamt fünf Adrià-Restaurants befinden. Gerade eben hat der Bruder von Ferran Adrià, der lange Jahre fälschlicherweise „nur“ als Patissier des „El Bulli“ gesehen wurde, angekündigt, dass er vier seiner Restaurants schließen muss, … Weiterlesen

Der Aerosol-Super Gau. Wie es weitergehen muss.

Die Meldung, dass Wissenschaftler ganz klar festgestellt haben, dass die Geschehnisse in Innenräumen für den überwiegenden Teil der Neuinfektionen zuständig sind, hat die Gastronomie wie ein Super-Gau getroffen. Das Problem ist dabei nicht, dass diese Erkenntnis überraschend wäre. Das Problem ist, dass die sehr deutliche Formulierung des Forschungsinstituts sehr schnell allgemein die Runde machte und … Weiterlesen

Die Bücher kann uns niemand nehmen! Empfehlung für ein wunderbares Wimmelbuch.

Wenn man wenigstens regelmäßig neue Bücher findet und ins Haus bekommt, ist das in diesen Zeiten zumindest ein kleiner Trost. Ich möchte heute dringend ein kulinarisches Buch (eigentlich sind es zwei Bücher…) empfehlen, das beim Lesen richtig Spaß macht, weil es eine Art von Wissensanarchie betreibt, die man heute leider viel zu selten findet. Wer … Weiterlesen

Sterneküche kann jeder!

Der Titel dieser Rezension ist heute einmal keine pointierte Zusammenfassung, sondern ganz einfach der Titel des zu besprechenden Buches. Und dieser Titel verweist natürlich auf ein Dauerthema, das weniger professionelle Köche als die vielen ambitionierten Privatköche betrifft. Sie werden ermutigt. Andererseits: wenn jeder Sterneküche kann, was sind dann die Sterne wert? Hier erst einmal die Fakten:

Benedikt Faust: Sterneküche kann jeder! Exzellent kochen ohne Schnickschnack. Gräfe und Unzer Verlag, München 2020. 192 S., geb., Hardcover, 22 Euro

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Soll es den Gästen schon vor dem Essen schlecht werden? Rezension eines Buches, das vielleicht gar nicht erscheinen sollte.

Cornelia Hellstern / Deutscher Hotel- und Gaststättenverband (Hrsg.): Die schönsten Restaurants & Bars. Callwey Verlag, München 2021. 280 S., geb., Hardcover, 59,95 Euro

Zu diesem nicht einfach zu rezensierenden Buch muss man verschiedene grundsätzliche Vorbemerkungen machen. Sie betreffen ein Problem, das oft gar nicht thematisiert wird und das geeignet ist, das eigentliche Hauptobjekt eines Restaurantbesuchs, also die Küche, zu beschädigen.

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Kirche – Fasten – Gourmandise

Zum Gründonnerstag und Karfreitag – aber auch zum nahenden Osterfest möchte ich eine kleine Materialsammlung zum Thema Kirche, Fasten und Gourmandise beisteuern. Ich war früher nicht nur Messdiener, Obermessdiener und Akolyth (Höhepunkt war, dass ich einmal eine Rosenkranzandacht stellvertretend für den kurzfristig erkrankten Pastor abgehalten habe – Einmarsch mit Messdienern…Das war damals, als es noch keine Laientätigkeit in der katholischen Kirche gab, sehr ausgefallen…), sondern habe auch viel – sagen wir: von der christlichen Moral behalten. Wenn ich bei Rot über eine Ampel gehe, habe ich immer noch ein schlechtes Gewissen – wenigstens ein klein wenig.

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Zum Tode von Frank Stübinger, Wirt im „Kommunbräu“ in Kulmbach

In der vergangenen Woche starb plötzlich und unerwartet im Alter von erst 50 Jahren der Betreiber des Brauhauses „Kommunbräu“ in Kulmbach, Frank Stübinger. Sein früher Tod ist nicht nur eine Tragödie für seine Frau und seine drei Kindern, sondern auch ein ganz besonderer Verlust für die Gastronomie. Viele von Ihnen werden ihn nicht gekannt haben, … Weiterlesen

Ogottogott! Anmerkungen zum neuen Gault&Millau-Magazin

Man wird nicht umhinkönnen, das neue Gault&Millau-Magazin weitgehend konzeptlos, überflüssig und im Detail auch noch ärgerlich zu finden. Man findet nichts, das es nicht seit vielen Jahren auch in anderen Magazinen gibt, epigonale Standards also. Es wirkt so, als ob man aus den üblichen Versatzstücken etwas zusammengepuzzelt hätte, dazu noch die öde, anämische Titelbild-Ästhetik von „Salon“ kopiert und mittels Layout-Moden (viel weiße Flächen) nebst dickem Papier schließlich auf scheinriesenartige 186 Seiten gekommen wäre.

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Und wenn man ihnen Hausverbot erteilt? Eine Glosse oder so etwas ähnliches.

Jetzt helfen nur noch Sarkasmus, Satire, Happenings oder hinterhältige Aktionen. Wie wäre es zum Beispiel, wenn man den Quälgeistern aus Politik und Co. in Hotels und Restaurants Hausverbot erteilen würde? Wenn sie dann mal wieder – natürlich wegen dringender Amtsgeschäfte oder sonstiger beruflichen Inanspruchnahme in ihrem Abgeordneten-Nebenberuf – ausrücken, stünden sie vor geschlossenen Türen oder – auch sehr hübsch – würden zwar in ein Hotel hineingelassen, beim Abendessen dann aber ausgesperrt. Wie würden sie sich fühlen? Ungeliebt, missverstanden, als Opfer eines sehr konkreten Echos auf ihre Aktivitäten, mit dem sie normalerweise in ihrer abgeschirmten Welt nicht zu rechnen hätten?

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