Gault&Millau: Die zehn merkwürdigen Gebote der Nouvelle Cuisine von 1973

Im hier auf www.eat-drink-think.de rezensierten Buch von Eckart Witzigmann und Johann Lafer sind auf Seite 37 noch einmal die – natürlich als vorbildlich gedachten – „10 Gebote der Neuen Küche“ von Henri Gault und Christian Millau aus dem Jahre 1973 abgedruckt. Ich möchte sie hier in der Form wiedergeben und kommentieren, in der sie bei Witzigmann und Lafer abgedruckt sind. Sie sind in diesem Buch aus dem Zusammenhang gerissen, in dem sie entstanden sind. Das bedeutet vor allem, dass sie sich auf bestimmte Erscheinungen in der Küche beziehen, die zum Zeitpunkt ihres Entstehens eine Rolle spielten.

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Drei Sterne für Viki Geunes vom ‘t Zilte in Antwerpen!

Hier der Anfang eines Textes, den ich im Jahre 2006 in meiner FAZ-Feuilleton-Serie „Geschmackssache“ veröffenlicht habe: „Es gibt sie noch, die ganz großen Karrieren von Kochtalenten, die sich in kürzester Zeit und ohne großartige Lobby in die Spitze des Faches kochen. Viki Geunes vom Restaurant „‘t Zilte“ aus Mol in Belgien (etwas nördlich der Autobahn … Weiterlesen

Johann Lafer/Eckart Witzigmann: Lafer Witzigmann. Eine Freundschaft, 100 Rezepte. Gräfe und Unzer Verlag, München 2020. 288 S., geb., Hardcover, 29 Euro

Es wird viele Leute geben, die das Erscheinen eines solchen Buches mit einem gewissen Grummeln in der Magengegend registrieren. Gab es nicht auch schon Witzigmann und Mälzer oder Witzigmann und Biolek und hatte man nicht in beiden Fällen den Eindruck, als ob sich da Mittelmaß an einen ganz Großen „ranschmeißt“, oder jedenfalls der Eindruck entstehen muss, dass die Zusammenarbeit mit der Kochlegende die eigene Person irgendwie schmückt und/oder aufwertet?

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Der Koch und ich – Kapitel 2 Non vitae sed scholae discimus

1954 erster Schultag von Frank Krajewski
Non vitae sed scholae discimus
Ja, ich weiß, dass diese Sentenz eigentlich anders herum gehört. Die Schule war damals Nebensache. So ein Dorfleben hat bessere Attraktionen, als Schrift und Zahl. Hausaufgaben? Immer erst am Abend nach den Abenteuern. Oft kam ich mittags gar nicht nach Hause, immer ab durch die Mitte. Es setzte dann fast immer eine Tracht, meistens Prügel. Egal, der Tag war sinnvoll verbracht und Oma traf mit dem Teppichklopfer nie so richtig. Kopfschütteln und Dresche gab es auch, wenn die etwas ältere M. aus der selben Klasse die Doktorspiele brühwarm verpfiffen hatte. Aber was hieß schon selbe Klasse? Es gab ja nur eine, mit Bohnerwachsboden und Kreidestaub und einem Lehrer, der auch im Sitzen immer in seiner Hosentasche rumfummelte. Die älteren Schüler sagten Hodentasche und ich verstand nicht was die meinten, denn ich hatte noch nichts wirklich fühlbares in dieser Gegend.

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Dining In – Freche Rezepte genial einfach und verblüffend im Geschmack. Autorin: Alison Roman, Verlag: Unimedica im Narayana Verlag, ISBN: 978-3-96257-106-1

Foto © Unimedica im Narayana Verlag
Nein, Dining in ist keine formelle Zeremonie von militärischen Institutionen, sondern in diesem Fall ein Buch, das sehr viele Rezepte und Storys enthält.

Ich frage mich ob ich angesichts der vielen Pressestimmen in diesem Kochbuch überhaupt noch mein kleines Küchenlicht unter dem Scheffel hervor leuchten lassen kann. Aber die Frage ist rasch beantwortet. Ich kann! Weil: ich habe in den letzten Jahrzehnten das Vergnügen gehabt, einige berühmte Köche der Gegenwart kennen gelernt zu haben. (Steinheuer, Loubet, Lafer, Dumaine, Ueter, Witzigmann) Ich habe ihre Bodenständigkeit auf den glitschigen Küchenparkett stets bewundert.

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Das Hans Haas – Missverständnis

Zum Abschied von Hans Haas nach 30 Jahren Arbeit im Münchner „Tantris“ hat es eine Menge von Texten gegeben, in denen in der Regel völlig zu Recht das Engagement, das hohe Niveau, die Beständigkeit und das Beharren eines großen Kochs auf seinen kulinarischen Grundsätzen ausführlich gelobt wurde. Diese Berichte und Interviews zum Abschied waren nicht … Weiterlesen

Der Koch und ich – Kapitel 1 Heidelbeeren und Gewitter

Foto © Claus Kuhlen
Liebe Leser,
jeden Sonntag aufs neue erfreut uns Frank Krajewski mit eine weiteren Folge seiner kulinarischen Biographie.
Auch wenn die Themen vielleicht nicht jedermanns Sache sind, so ist der Humor und der Duktus seiner Erzählungen durchaus geeignet in einer Reihenfolge oder auch in der Form der abgeschlossenen Kapitel nur einfach so wie sie kommen gelesen zu werden. Es bereichert jeden Leser in jeder Beziehung und wir wetten fast darauf, dass sie mit der Lektüre genau so viel Spaß haben werden wie wir.

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