Der Koch und ich – Kapitel 9 Bronchien, Borkum, Brathering oder: Sand macht keinen Dreck

Ein Kollege in meiner Schule erwähnte eines Tages, dass er auf der Insel Borkum eine kleine Ferienwohnung besitzt, die er auch vermiete. Das westliche Frankreich rückt in den Hintergrund. Die Hochseeluft auf Borkum beseitigte sehr gründlich meine Bronchitisbeschwerden. Die Wohnung ist mit zweiundvierzig qm und Klappbett ziemlich klein, aber ausreichend, denn tagsüber sind wir am … Weiterlesen

Der Koch und ich – Kapitel 8 Bretagne – au revoir

Bretagne – au revoir Die Fahrten in die Normandie und Bretagne waren zwar anstrengend aber das Reisen machte Freude, uns allerdings mehr als den Kindern. Die üblichen Fragen: „Wann sind wir da, fahren wir schon wieder dahin?“ Und die Antworten „Also nächstes Mal woanders hin, ihr dürft euch dann was aussuchen, einverstanden?“ Die Reiseziele waren … Weiterlesen

Der Koch und ich – Kapitel 7 Die nächste Schicksalsbegegnung oder: Kochen hat keine Grenzen

Die nächste Schicksalsbegegnung oder: Kochen hat keine Grenzen
Der Koch und ich begegneten uns zum ersten Mal Anfang der 80er Jahre. Es war ein schöner Frühsommertag. Wir hatten uns ein halbes Jahr vorher ein Jugendstilhaus in Remagen-Kripp angesehen und leichtmütig gekauft, wohnten aber noch in Bonn, und renovierten verbissen das schöne Haus in Kripp und bewohnen es noch heute. Die obere Etage war bereits fertig, die restlichen wegen Eigenbedarfskündigungen vor Gericht. Die Richter neigten sich damals eher den Mietern zu. Wir kamen uns eh vor wie die fetten Kapitalisten und bemühten uns nach Kräften, den verbliebenen Mietern bei der Wohnungssuche zu helfen. Und es gelang zur Zufriedenheit aller Beteiligten. So genau weiß ich nicht mehr wie alles ablief.

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Der Koch und ich – Kapitel 6 Deutsch-Französische Genüsse oder: Geld macht doch ruhiger

Deutsch-Französische Genüsse oder: Geld macht doch ruhiger Der Vollständigkeit halber erwähne ich noch, dass ich den hellgrünen Renault 12 für einen Halven Hahn und einen Kasten Mühlen-Kölsch an meine Schwester verhökert habe. Also ein Tausch ohne direkte Geldleistung. Sie gab ihm dann drei Wochen später die letzte Ölung. Und damit bin ich schon beim Randthema. … Weiterlesen

Der Koch und ich – Kapitel 5 Relais du Cap Fréhel mit Autocorso

Relais du Cap Fréhel mit Autocorso Am nächsten Tag sprang unser hellgrüner Renault 12 nicht an. Zweieinhalb Tage Licht anlassen war zuviel. Warnsignale waren damals unbekannt. Der Renault war unser zweites Auto, das erste war ein DAF 33, die berühmte Vollautomatik, die vorwärts wie rückwärts gleich schnell fahren konnte. Der Fischlieferant der Bar Tonquedec fuhr … Weiterlesen

Der Koch und ich – Kapitel 4 Bretagne, mon amour oder Soupe jaune

Bretagne, mon amour oder Soupe jaune
Das Studentenleben bot genügend Gelegenheit zur üppigen Lebensgestaltung.Die ersten Reise in die Bretagne Anfang der 70er war wohl eine Schicksalsbegegnung. Eine von vielen. Hier traf ich auf die lockere, französische Lebensart.

Wir landeten nach unendlich langer Fahrt von Bonn aus im kleinen Ort St. Benoit des Ondes und zwar in der Bar Tonquedec. Ich war hundemüde und sah am Straßenrand Personen und Dinge, die gar nicht existierten. Und so stammelten wir einfach in dieser Bar nach einem Zimmer, das draußen als „Tout confort“ avisiert wurde. In der Bar wallte ein eigentümlicher Geruch nach Fisch und Gitanes Mais. Die Patronin, Madam Tonquedec, zeigte uns einen Raum, der eine Tapete hatte, die aussah wie mein Schlafanzug und meinte, so übersetzte ich jedenfalls, dass der Zimmerpreis die Halbpension einschließe.

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Der Koch und ich – Kapitel 3 Internatsessen

Internatsessen Aufgrund meiner schulischen Leistungen riet der Dorfschullehrer, mich aufs Gymnasium zu schicken, aber das war fahrtechnisch und finanziell nicht zu lösen. Ich sollte also in das Gymnasium mit Internat nach Daun, noch tiefer in der Eifel, wo einst Vulkane tobten. Das kirchlich geprägte Internat nahm aber keine feindlichen Evangelischen auf, und so machte ich … Weiterlesen

Der Koch und ich – Kapitel 2 Non vitae sed scholae discimus

1954 erster Schultag von Frank Krajewski
Non vitae sed scholae discimus
Ja, ich weiß, dass diese Sentenz eigentlich anders herum gehört. Die Schule war damals Nebensache. So ein Dorfleben hat bessere Attraktionen, als Schrift und Zahl. Hausaufgaben? Immer erst am Abend nach den Abenteuern. Oft kam ich mittags gar nicht nach Hause, immer ab durch die Mitte. Es setzte dann fast immer eine Tracht, meistens Prügel. Egal, der Tag war sinnvoll verbracht und Oma traf mit dem Teppichklopfer nie so richtig. Kopfschütteln und Dresche gab es auch, wenn die etwas ältere M. aus der selben Klasse die Doktorspiele brühwarm verpfiffen hatte. Aber was hieß schon selbe Klasse? Es gab ja nur eine, mit Bohnerwachsboden und Kreidestaub und einem Lehrer, der auch im Sitzen immer in seiner Hosentasche rumfummelte. Die älteren Schüler sagten Hodentasche und ich verstand nicht was die meinten, denn ich hatte noch nichts wirklich fühlbares in dieser Gegend.

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Der Koch und ich – Kapitel 1 Heidelbeeren und Gewitter

Foto © Claus Kuhlen
Liebe Leser,
jeden Sonntag aufs neue erfreut uns Frank Krajewski mit eine weiteren Folge seiner kulinarischen Biographie.
Auch wenn die Themen vielleicht nicht jedermanns Sache sind, so ist der Humor und der Duktus seiner Erzählungen durchaus geeignet in einer Reihenfolge oder auch in der Form der abgeschlossenen Kapitel nur einfach so wie sie kommen gelesen zu werden. Es bereichert jeden Leser in jeder Beziehung und wir wetten fast darauf, dass sie mit der Lektüre genau so viel Spaß haben werden wie wir.

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Lasst die Elsässer nicht allein!

Am letzten Sonntag sprach ich wieder einmal mit Stéphane Gass, dem aus dem Elsaß stammenden Sommelier der „Schwarzwaldstube“ in Baiersbronn. Es ging um die elsässer Weine, um den Stand der Dinge bei bestimmten Weingütern, um interessante Entwicklungen. Wir machen das schon seit vielen Jahren, weil ich mich im Elsass gut auskenne. Aber dann kam Gass … Weiterlesen