
Die neue Liste der 50 besten Restaurants der Welt hat nicht viele Überraschungen, aber eine noch klarere Tendenz gebracht. Wer es auf dieser Liste weit nach oben bringen will, sollte einen deutlichen regionalen Bezug haben, eine Persönlichkeit sein, die auch ohne Messer in der Hand gut „rüber kommt“, für gute Bilder sorgen, weitgehend mit Pflanzen arbeiten und gerne auch so kreativ sein, dass sich immer ein paar Leute darüber aufregen können. Er oder sie sollten keine Küche machen, die allzu viele Spuren von Mainstream aufweist und/oder immer noch so schmeckt wie vor Jahrzehnten, wo alle Köche noch nach Frankreich schauten.






Festivals sind merkwürdige Veranstaltung, finden Sie nicht auch? Das meine ich gar nicht abwertend – ganz im Gegenteil, ich bin ich nämlich ein großer Freund derartiger Spektakel. Festivals treiben die unterschiedlichsten Leute zusammen, den Querschnitt der Menschheit, wenn man so möchte. Sie kommen zwar alle aus demselben Grund, wegen einem, einander verbindenden Interesse, aber dennoch könnten sie zum Teil unterschiedlicher nicht sein. Spärlich über das Jahr verteilt, schaffen sie uns doch einen Freiraum, die Möglichkeit aus dem Alltag auszubrechen und ein stückweit der Vernunft und aller damit einhergehenden Eintönigkeiten zu entgehen. Während ich tatsächlich von Jahr zu Jahr vernünftiger werde (ein Prozess, gegen den man sich kaum zu wehren vermag, egal, wie sehr man sich auch bemüht), habe ich auf einem Festival – also drei oder vier Tage im Jahr – die Möglichkeit, alle Vernunft und vielleicht sogar einen Teil der Realität auszusperren und über Bord zu werfen.