Poor Fool

Es gibt zwei Dinge, an denen ich ausmachen kann, dass es Frühling wird. Erstens, es wird mir immer öfter zu warm in der Jacke, sei es auch nur eine leichte aus Jeansstoff. Ich fange schon bei den alltäglichsten Arbeiten darin zu schwitzen an und fühle mich unwohl. Diese Erkenntnis kann sich in diesem schönen Land oft als Trugschluss herausstellen. Oft, wenn die Jacke gerade mit anderen Winterklamotten im Keller gelandet ist, weil man der Meinung war, dass es nun wärmer werden würde, schlägt uns das Wetter ein Schnippchen und es wird noch ein letztes Mal und auf einen Schlag so bitterkalt, dass wir wieder in den Keller müssen (und ich glaube, dass ich den Zustand meines Kellers bereits an der ein oder anderen Stelle erwähnte), um den Krempel für eine letzte Woche voller Kälte wieder hochzuholen. Der zweite Hinweis ist dahingehend etwas zuverlässiger. Es kommt öfter vor, dass ich mit meiner Lebensgefährtin – wir sind beide hingebungsvolle Barflies – einen Spaziergang von der letzten Bar nach Hause mache. Dabei spielt es gar keine große Rolle, wie weit entfernt diese Bar ist, es geht um die Zeremonie selbst. Man kann sich noch etwas die Beine vertreten, ich meinen letzten Old Fashioned und sie ihren letzten Gimlet etwas sacken lassen und die Stille und Zweisamkeit nutzen, um einige Passagen aus der „Rocky Horror Picture Show“ zu rezitieren. Und ich glaube wir alle wissen, was ich mit „rezitieren“ an dieser Stelle meine. Nun kommen wir zurück zu meinem Frühlingsbarometer. Wenn ich feststelle, dass nicht nur sie und ich den frühen Morgen mit unserem Gesang begrüßen, sondern auch unsere kleinen Freunde in den Bäumen zirpen und zwitschern, dann meine lieben Leser, hat für mich der Frühling begonnen. Bevor ich allerdings meinen dieswöchigen Cocktail vorstelle, möchte ich eine meiner Lieblingsanekdoten zum Thema Frühling zum Besten geben. Sie haben doch nichts dagegen, oder?

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Interview Björn Frantzén, Stockholm

Björn Frantzén vom Restaurant Frantzén in Stockholm ist der Neue in der noch kleinen Garde der skandinavischen Drei-Sterne-Köche und gleichzeitig der erste Schwede, der diese Auszeichnung bekommen hat. Sie trifft einen Koch, der längst zu den einflussreichsten seiner Zunft gehört und auffällig häufig von Kollegen aus aller Welt besucht wird. Frantzén ist mittlerweile Herr über … weiterlesen

O Porto

Ich möchte mich mit Ihnen über das Thema „Gemütlichkeit“ unterhalten. Ja, genau, mit Ihnen! Es ist beinahe so wie mit den Zeugen Jehovas – nur andersherum. Sie stehen vor meiner Haustüre und ich bitte Sie herein, weil ich mich mit Ihnen austauschen möchte, über die verschiedenen Definitionen von Gemütlichkeit. Ich halte Ihnen die Türe auf … weiterlesen

„Rot“ von Günther Jauch ist nicht nur ein schlechter Wein, sondern könnte auch das Aldi-Image beschädigen

Foto: Aldi

Prolog
Bei Aldi kaufen nicht nur Besitzer von teuren Geländewagen ein, die am Essen sozusagen um jeden Preis sparen wollen. Bei Aldi kaufen auch Leute ein, die nicht viel Geld haben, aber durchaus die Vorstellung davon, dass es neben sehr schlichten und industriellen auch gute Produkte gibt, die deutlich besser schmecken. Ganz auf der aktuellen Linie der Discounter (die ja versuchen, das kulinarische Niveau ihres Angebotes durch diverse Maßnahmen anzuheben) erhoffen sie sich das gute Preis-Leistungs-Verhältnis, also Produkte, die bei annehmbarem Preis zumindest einen Hauch von gehobener kulinarischer Qualität verströmen. Diese Hoffnungen werden bisweilen durchaus erfüllt – von dem ersten Aldi-Champagner bis zu den Sonderaktionen an Feiertagen. In diese Abteilung fallen auch diverse Weine von bekannten Weingütern, die – wie etwa die Weine von Fritz Keller – zurecht durchaus positive Beachtung gefunden haben. In diese Abteilung sollen wohl auch die beiden Weine von Günther Jauch fallen. Es sind keine Weine von seinem Weingut (von Othegraven), sondern Weine, die „ein exklusives Trinkerlebnis – nach den Qualitätsansprüchen von Günther Jauch“ möglich machen sollen.

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Jenseits vom Tresen

Wer alleine trinkt, ist einsam, weiß der Volksmund. So ein Blödsinn. Ich bin gerne in Gesellschaft. Am allerliebsten in guter, aber das kann man sich ja leider nicht immer aussuchen. Ich verbringe gerne Zeit mit Freunden, bei einem guten Essen, verabredet zu einem leckeren Kaffee, manchmal auch in einer Cocktailbar oder bei mir zuhause, dem … weiterlesen

Das Fine Dining Restaurant der Zukunft

Was werden wir in Zukunft servieren und essen? Wie sieht ein Gericht aus? Wie ist dann ein Restaurant eingerichtet? Wie wird es funktionieren? Wie gemanaged? Und was wollen die Gäste? Ein mögliches Szenario: 1. Produzent, Koch und Küche Immer knapper werdende Ressourcen haben das Warenangebot völlig verändert. In einfachen Restaurants und Garküchen gibt es Insekten … weiterlesen

Espressionist

Ich wäre ein guter Hausmann, glaube ich. Ehrlich. Wenn sie jetzt ganz leise sind, dann können sie – ganz gleich, wo sie sich auf diesem schönen Erdball befinden – vielleicht das Gelächter meiner Freundin hören, während sie diese Zeilen liest. Aber es ist mein Ernst. Und da haben wir schon das richtige Stichwort. Ich bin … weiterlesen

„Der Heilige Helge“ – Der Offliner

„Hallo und herzlich willkommen in ihrer Servicehotline. Ich habe eine Mobilfunknummer erkannt. Geht es bei Ihrem Anliegen um ein Thema zu dieser Nummer?“, fragt mich eine überfreundliche Computerstimme. „Nein“, grummel ich genervt in mein Telefon. „Worum geht es dann?“, fragt mich die Stimme süffisant dämlich, in einem provozierenden Ton. Obgleich mir klar ist, dass Computerstimmen kein … weiterlesen

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