Little Black Dress

Ich möchte offen mit Ihnen sprechen: Ich habe ein zwiegespaltenes Verhältnis zu Vodka. Vor etlichen Jahren, als ich einen gesunden Kompromiss zwischen den Wogen eines wochenendlichen Rausches und der Finanzierbarkeit eines geeigneten Mittels dazu finden musste, war Vodka der erste Drink am Platz. Von einem Kompromiss im eigentlichen Sinne kann man jedoch nicht wirklich sprechen, … Weiterlesen Little Black Dress

He Goes She Goes

Das Leben steckt voller Gegensätze. Das kann sich in vielerlei Hinsicht offenbaren. Die Reparaturen, die am VW-Bus anfallen, im Gegensatz zu meinem Kontostand. Oder die Größe eines Päckchens Kaffeesahne, das man mit zu kurzen Fingernägeln versucht aufzufriemeln, nachdem die zum Öffnen vorhandene Aluminiumlasche abgerissen ist, gegensätzlich zur unglaublichen Menge, die sich in selbigem Behältnis befindet, … Weiterlesen He Goes She Goes

Lucky Penny

„Guten Morgen Herr Unterweg, Polizei Köln. Ein silberner Opel Corsa C ist auf ihren Namen zugelassen, ist das richtig?“, begrüßte mich eine nüchterne, aber dennoch freundliche Frauenstimme am Sonntagmorgen. Wieviel Uhr war es überhaupt? „Ja, das ist richtig…“, antwortete ich und mein Herz begann bereits im Kopf zu hämmern. „Herr Unterweg, ihr Auto ist heute Nacht in eine Straftat verwickelt worden“, führte die Polizistin weiter aus.
Mein Auge begann zu zucken und unweigerlich kamen mir die obskursten Gedanken. Mein Auto wurde aufgebrochen und für einen Bankraub entwendet. Ich beobachtete den Corsa in einer wilden Verfolgungsjagd und einem Schusswechsel mit zwei Streifenwagen. Diesen Gedanken konnte ich schnell wieder verwerfen, als ich mich daran erinnerte, dass der Wagen nur 60 PS hatte und an der Ampel nicht wirklich aus dem Quark kam. Ich stellte mir vor, wie das Auto von einem multinationalen Verbrechersyndikat entwendet und schließlich im Kölner Rheinauhafen in Brand gesetzt wurde. Ein jämmerliches, kaum wahrzunehmendes „Oh oh…“, entglitt meinem Mund inmitten einer erschrockenen Maske.

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Fallen Leaves

Es machte ein klackendes Geräusch, als ich die Lampe an meinem selbstgebauten Schreibtisch einschaltete. Die Lampe ist alt, in einem Beigeton lackiert, der von der Zeit gezeichnet ist, und scheint aus dem Nachlass einer Universität oder einer Schule zu stammen. Eine gewöhnliche, althergebrachte Glühbirne befindet sich in der Fassung, die irrwitzige 60 Watt auf die … Weiterlesen Fallen Leaves

Three Sheets To The Wind

Neulich fand ich mich – so wollte es wohl der Zufall – in der Spielwarenabteilung eines großen Kaufhauses wieder. In Wirklichkeit hatte ich mich nur verlaufen, dachte mir allerdings, dass dies vielleicht ein Wink mit dem Zaunpfahl einer höheren Macht sein sollte. Der Geburtstag meines Neffen stand nämlich vor der Tür. Ich passierte Regalreihen mit … Weiterlesen Three Sheets To The Wind

Fervent Wish

Das Thermometer in meiner Wohnung steigt auf beinahe 40°C, als ich es nach meinem Mittagsschläfchen kontrolliere. Von einem tatsächlichen Mittagsschläfchen kann man im Grunde nicht sprechen, es sei denn man erachtet es als besonders entspannend in einem klammen Bett zu liegen, während das Bettlaken an seinem Rücken klebt und man sich fragt, ob es nicht eine gute Idee wäre, Bewerbungen in eine kältere Region zu versenden. Nach Grönland zum Beispiel. Nachdem ich mich wieder ins Bett gelegt habe, an einen Fleck, der noch nicht warm und verschwitzt ist, liege ich so da und starre an die Decke. Das mache ich oft und es hilft mir ungemein, wenn ich nachdenken möchte. Wenn man die Antwort auf eine Frage sucht, dann hilft es oft an etwas völlig abstruses zu denken, was mit der ursprünglichen Frage rein gar nichts zu tun hat. Als ich mir also versuche vorzustellen, wie viele einzelne Holzspäne sich wohl an meiner Raufaserzimmerdecke befinden, kommt mir plötzlich ein Gedanke: Warum wollen wir Menschen immer das haben, was wir nicht haben können? Gar nicht so einfach zu beantworten, habe ich Recht? Gut so. Wenn doch, dann wäre meine Kolumne ja auch sonst schon wieder zu Ende.

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