Bei unseren Nachbarn in den Niederlanden ist der wichtigste Führer neben dem Michelin ein Führer im Zeitschriftenformat mit dem Titel „Lekker“. Anders als bei fast allen Restaurantführern produziert er für die ersten 100 Plätze ein eigenes Ranking. Die Beschreibung der insgesamt 500 besten Restaurants ist unterschiedlich lang und – sagen wir: nicht besonders analytisch, selten kritisch und kulinarisch eher von begrenzter Aussagefähigkeit. Man zählt meist die Elemente von Gerichten auf, bleibt in der stilistischen und qualitativen Einordnung der Restaurants aber meist unklar. Dafür wird gerne auch über den zum Essen getrunkene Wein berichtet. In der Sicht von „Lekker“ wird in den Niederlanden ganz hervorragend gekocht. Die Tendenz zu einer Art niederländischem Mainstream und der Mangel an wirklich kreativen Küchen wird üblicherweise nicht thematisiert.
Die Stiftung Restaurantkritik, oder: Wie könnte ein möglichst optimaler Restaurantführer aussehen?
Wenige Tage bevor am nächsten Montag die neuen Bewertungen des Gault Millau kommen, möchte ich einer Frage nachgehen, die viel zu selten gestellt wird. Sie lautet: Wie könnte denn ein Restaurantführer aussehen, dessen Einschätzungen weitgehend uneingeschränkt gefolgt werden kann, der das Vertrauen der Köche genießt und gleichzeitig den Gästen ein präziser und zuverlässiger Helfer ist? … Weiterlesen





