Prolog: Wenn ein Restaurant und seine potentiellen Gäste unterschiedliche Bedürfnisse haben
In der Villa Rothschild im Königsstein im Taunus hat sich kulinarisch etwas abgespielt, das so oder ähnlich viele Hotelmanager oder -besitzer beschäftigt. Im Grunde geht es darum, dass auch eine sehr gute Küche im besten Sinne „nützlich“ sein muss, und dass sie Probleme produziert, wenn sie am Bedarf des Publikums vorbeiarbeitet.
Die Villa Rothschild ist ein vergleichsweise kleines, exklusives Hotel mit nur 22 Zimmern. Typisch ist während der Wochentage eine Belegung mit Geschäftsleuten der Geschäftsführungsebene. Solche Gäste haben natürlich genug Geld, um ein Gourmetrestaurant zu besuchen. Die Frage ist, ob sie am Ende eines harten Arbeitstages wirklich ein mehrgängiges Gourmetmenü essen wollen oder nicht doch lieber etwas weniger Aufwändiges. Gleichzeitig bekam aber die Küche der Villa unter Küchenchef Christian Eckhart zwei Michelin-Sterne. Und da konnte es vorkommen, dass die Hausgäste doch lieber ins Zentrum von Königstein auswichen und ein italienisches Restaurant besuchten…. Wohlgemerkt: Das Problem ist nicht das Geld, das Problem ist, etwas zu haben, das flexibel zu den Bedürfnissen passt.
Was für ein Buch!!
Francois-Régis Gaudry & ses Amis: On va deguster La France. Marabout, Paris 2018. 432 S., Hardcover, 39 Euro Ich gebe es ohne weiteres zu: Dies ist eine spezielle Rezension. Das Buch, um das es hier geht, ist einfach nur schön und gut und sinnvoll und hat vor allem eine Philosophie, die jeden Freund der französischen … Weiterlesen





Es gibt zwei Dinge, an denen ich ausmachen kann, dass es Frühling wird. Erstens, es wird mir immer öfter zu warm in der Jacke, sei es auch nur eine leichte aus Jeansstoff. Ich fange schon bei den alltäglichsten Arbeiten darin zu schwitzen an und fühle mich unwohl. Diese Erkenntnis kann sich in diesem schönen Land oft als Trugschluss herausstellen. Oft, wenn die Jacke gerade mit anderen Winterklamotten im Keller gelandet ist, weil man der Meinung war, dass es nun wärmer werden würde, schlägt uns das Wetter ein Schnippchen und es wird noch ein letztes Mal und auf einen Schlag so bitterkalt, dass wir wieder in den Keller müssen (und ich glaube, dass ich den Zustand meines Kellers bereits an der ein oder anderen Stelle erwähnte), um den Krempel für eine letzte Woche voller Kälte wieder hochzuholen. Der zweite Hinweis ist dahingehend etwas zuverlässiger. Es kommt öfter vor, dass ich mit meiner Lebensgefährtin – wir sind beide hingebungsvolle Barflies – einen Spaziergang von der letzten Bar nach Hause mache. Dabei spielt es gar keine große Rolle, wie weit entfernt diese Bar ist, es geht um die Zeremonie selbst. Man kann sich noch etwas die Beine vertreten, ich meinen letzten Old Fashioned und sie ihren letzten Gimlet etwas sacken lassen und die Stille und Zweisamkeit nutzen, um einige Passagen aus der „Rocky Horror Picture Show“ zu rezitieren. Und ich glaube wir alle wissen, was ich mit „rezitieren“ an dieser Stelle meine. Nun kommen wir zurück zu meinem Frühlingsbarometer. Wenn ich feststelle, dass nicht nur sie und ich den frühen Morgen mit unserem Gesang begrüßen, sondern auch unsere kleinen Freunde in den Bäumen zirpen und zwitschern, dann meine lieben Leser, hat für mich der Frühling begonnen. Bevor ich allerdings meinen dieswöchigen Cocktail vorstelle, möchte ich eine meiner Lieblingsanekdoten zum Thema Frühling zum Besten geben. Sie haben doch nichts dagegen, oder?
